Willkommen!
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ARCHIV


VERSCHIEDENES


München muslimisch?
Ein Rundgang durch das Herz unserer Stadt

Sonntag, 21. Juli 2019, 11 bis ca. 13 Uhr
Treffpunkt: MFI, Hotterstr. 16

Um die Gegenwart zu verstehen, muss man seine Geschichte Kennen. Muslimisches Leben in München hat Wurzeln, die viel länger zurückreichen, als meist bekannt ist. Wir unternehmen einen Stadtrundgang durch die vertraute Umgebung rund um das MFI und werden dabei ungewohnte Perspektiven einnehmen und neue Einsichten gewinnen.


Veranstalter: Münchner Forum für Islam

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Abraham und Buddha in Allach

Ein Tagesausflug der Freunde Abrahams
nach und zu Hause

Sonntag, 7. Juli 2019, 10 bis ca. 16 Uhr
Leopoldstraße / Franz-Joseph-Straße

Nachdem unsere Tagesausflüge nach Niederbayern und in die Oberpfalz, nach Franken und Schwaben sowie nach Salzburg geführt haben, bleiben wir dieses Jahr sozusagen zuhause – und wollen doch (für viele) terra incognita entdecken! Drei Stationen werden wir verbinden:

In freiem Gelände nahe dem Langwieder und Luß-See hat der Münchner Künstler Sebastian Weiss aus Schrottteilen eine Eisenkapelle geschmiedet. Im Münchner Westen ist sie längst eine Sehenswürdig­keit und ein beliebtes Ausflugs­ziel, darü­ber hinaus aber kaum bekannt. Sie ahmt die Architektur einer christlichen Kirche nach, integriert aber auch Symbo­le ande­rer Religionen, wie z. B. Halb­mond, Menora und eine Buddhafigur. Das inof­fiziell als „Tipi-Platz“ bekannte Gelände hat darüber hinaus einen richtigen buddhi­stischen Stupa zu bieten, natürlich Tipis und diverse weitere Überraschun­gen (Foto: Eisenkapelle; SJW).

Nach einer Mittagspause in der Gast­stätte Schießstätte an der Würm be­su­chen wir das nahe gelegene Atelier von Nikos W. Dettmer, dem Präsidenten der „Münchener Künstler­genossen­schaft kgl. priv. 1868“. Der Künstler zeigt uns in seinem Anwesen einige seiner Werke, zu denen unter vielen anderen auch die Medaille gehört, die 2018 als Manfred-Görg-Preis verlie­hen wurde, sowie die darauf abgebildete Skulptur „Das Gespräch“.

Zum Abschluss ist ein Besuch in der Karl-Gayer-Straße 14 vorgesehen – eine Adresse, die auf allen Veröffentlichungen der Freunde Abrahams steht: Die Ver­eins­adresse ist zugleich das Zuhause unse­res 1. Vorsitzenden. Er und seine Kinder laden uns zu einem kleinen Umtrunk ein.

Teilnahmekosten: 10 € (vor Ort zu entrichten)                      

Treffpunkt: S-Bahnhof Allach, Ausgang Ostseite(!), Krauss-Maffei-Straße, 10.00 Uhr (die S2 Richtung Petershausen fährt ab Ostbahnhof 9.21, Marienplatz 9.26, Haupt­bahnhof 9.30, Laim 9.37. Ankunft Allach: 9.44).

Der Ausflug musste wegen Regen abgesagt werden. Er wird voraussichtlich im Sommer 2020 erneut angeboten.

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"Kreis der Religionen"
auf dem Corso Leopold

Friedensgebet der Religionen im Rahmen der 17. Internationalen Münchner Friedenskonferenz

Samstag/Sonntag, 25./26. Mai 2019
Leopoldstraße / Franz-Joseph-Straße
Wieder steht das große Straßenfest vor der Tür, das sich die ganze Leopoldstraße in München entlangzieht. In seiner Mitte der Kreis der Religionen, auf dem auch die Freunde Abrahams wieder vertreten sein werden, sowohl mit dem Stand, an dem wir Material auslegen und zu Gesprächen einladen, als auch mit einem Beitrag im gemeinsamen Bühnenprogramm (Brigitte Hutt liest aus ihren „Zwischen­geschich­ten“). Kommen Sie vorbei, oder noch besser: Melden Sie sich in der Geschäftsstelle (089/1588 1260 oder via info@freunde-abrahams.de), wenn Sie ein paar Stunden bei der Standbesetzung aushelfen möchte.

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"Frieden schaffen - eine Herausforderung"

Friedensgebet der Religionen im Rahmen der 17. Internationalen Münchner Friedenskonferenz

Sonntag, 17. Februar 2019, 11:30 Uhr
St. Anna im Lehel, Franziskussaal
, St.-Anna-Str. 19

mit Isi Hackländer (Baha'i), Sigrid Helwig (Buddhisten), Terry Swartzberg (Juden), Stefan Jakob Wimmer (Freunde Abrahams)

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Wir schreiben Ägyptisch!
Wie Hieroglyphen funktionieren und was aus ihnen geworden ist

Wochenendseminar mit Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer in Schloss Fürstenried mit Besuch des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München

Freitag 25. Januar 2019, 18:00 Uhr bis Samstag 26. Januar 2019, ca. 17:00 Uhr
Schloss Fürstenried, Forst-Kasten-Allee 103 in München

Wenn Menschen es mit etwas ganz Unleserlichem zu tun bekommen, sagen sie gerne „Das sind Hieroglyphen für mich“. Dabei ist die Schrift der alten Ägypter gar nicht so schwer zu verstehen. Hinter dem Vorhang des Geheimnisvollen lässt sich mit ihr sogar spielen. Und nicht nur das: Die Hieroglyphen sind eigentlich nicht ausgestorben. Sie leben fort und sind verbreiteter als je zuvor. Aus ihnen ist nämlich – über einige Umwege – das moderne Alphabet entstanden, in dem auch diese Zeilen gedruckt sind.

Die Teilnehmenden werden einfache Textpassagen entziffern und selbst schreiben lernen; beim Besuch des Ägyptischen Museums erleben wir, wie Schrift und Kunst ineinander überfließen.

Wir werden die Ästhetik und Funktionalität der ägyptischen Bilderschrift verstehen lernen und dabei tief in eine Gedankenwelt und Weltsicht eintauchen, die über vier Jahrtausende lang eine Hochkultur getragen und auch uns heute noch eine Menge zu sagen hat. Und wir werden sehen, wie aus einer Kuh ein A und aus einem jubeln­den Menschen ein E werden konnte.

Veranstalter: Bildungszentrum Freising der Erzdiözese München und Freising

Anmeldung und nähere Information über www.bildungszentrum-freising.de, Tel. 08161/181-2120

 

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 "Dass wir alle Kinder Abrahams sind ..."!

Helmut Schmidt begegnet Anwar as-Sadat. Ein Religionsgespräch auf dem Nil

Prof. Dr. Dr. Karl-Josef Kuschel (Tübingen)  liest aus seinem eben erschienen Buch über die Nilreise der beiden Politiker im Jahr 1977

Freitag 11. Januar 2019, 19:00 Uhr
Münchner Forum für Islam, Hotterstr. 14, 80331 München
7 €

Moderation: Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Veranstalter: Evangelische Stadtakademie in Kooperation mit Freunde Abrahams e.V. und Münchner Forum für Islam

Näheres hier

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Religion, Politik und Alltag in christlich oder muslimisch geprägten Gesellschaften

Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer (Freunde Abrahams) und VertreterInnen der Muslime, der Politik und der Medien

Dienstag, 4. Dezember 2018, 19:00 Uhr
Volkshochschule Deggendorf
(Eintritt frei)

Es hat sich viel verändert in den letzten Jahren: die Stimmung in der Gesellschaft ist gereizter, unsere islamischen Mitbürgerinnen und Mitbürger erleben Ablehnung im Alltag, die Ihnen in dieser Form seit ihrer Ankunft in Deutschland als „Gastarbeiter“ unbekannt war. Was ist zu tun, um in unserer Gesellschaft mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Gruppen im Einklang leben zu können? Wieviel gegen­seitige Rücksichtnahme und Anpassung ist sinnvoll und erforderlich?

In einer Gesprächsrunde aus Vertretern der Religionen Christentum und Islam, der Politik und des gesellschaftlichen Lebens wollen wir einen interreligiösen Dialog führen und diesen Fragen nachgehen.

Veranstalter: VHS Deggendorfer Land in Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Martin, der evangelischen Kirchengemeinde, dem Migrationsbeauftragten der Stadt Deg­gen­dorf und der türkisch-islamischen Gemeinde DITIB Deggendorf.

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Interreligiöser Dialog - Christentum & Islam

Vortrag und Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer (Freunde Abrahams), Torsten Bader (Pfarrer in Aschheim und Feldkirchen), Ahmad Popal (Imam in München)

Freitag, 28. September 2018, 18:00 Uhr (Einlass)
Jugendzentrum, Hauptstr. 35, 85551 Kirchheim bei München
(Eintritt frei)

Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen Christentum und Islam? Wie passt dies zur aktuellen politischen und medialen Debatte? Was können wir daraus für das Zusammenleben der Menschen beider Religionen in Deutschland lernen? Und ist Religion überhaupt noch zeitgemäß?

Diese und viele weitere Fragestellungen werden in einem Vortrag und einer Podiumsdiskussion thematisiert. Es gibt auch ausreichend Zeit für Ihre Fragen und Kommentare!

Veranstalter: Gemeinde Kirchheim bei München

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Wie ägyptisch ist das Christentum?
Die religionsgeschichtlichen Wurzeln von Morgen- und Abendland

Wochenendtagung mit Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

7.-9. September 2018
Schloss Hirschberg (92339 Beilngries), Tagungshaus der Diözese Eichstätt

Das pharaonische Ägypten reichte nicht nur zeitweise politisch nach Süden (Nubien) und Nordosten (Vorderasien) über seine eigentlichen Grenzen hinaus, es strahlte auch kulturell sehr stark ins alte Kanaan aus, nach Syro-Palästina, in einer Zeit, in der dort die Schriften des Alten Testaments Gestalt annahmen. Auf ihnen basieren die des Neuen Testaments, und so ist es weder ein Zufall noch ein Wunder, dass uns in Judentum, Christentum und dann durchaus auch im Islam altägyptische Inhalte und Motive begegnen. Das reicht über den bekannten Geburtsmythos vom göttlichen Kind weit hinaus ...

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ERAN SHAKINE

A Muslim, a Christian and a Jew. Knocking on Heaven’s Door

Zur Ausstellung im Jüdischen Museum München 21.2. bis 21.10.2018

Das Jüdische Museum München zeigt vom 21. Februar 2018 an Zeich­nungen des israelischen Künstlers Eran Shakine (geb. 1962). Sie sind witzig und philosophisch zugleich: Denn die drei Vertreter der Religionen, die man äußerlich nicht unterscheiden kann, stehen vor gemeinsamen Fragen existen­tieller, philosophischer oder religiöser Art. Shakine bringt etwas in den inter­religiösen Dialog zurück, was wir in jüngster Zeit verloren zu haben scheinen: Humor.

Von seinen Zeichnungen lassen wir uns an zwei Abenden zu jüdisch-christlich-muslimischen Gesprächen inspirieren. Vor der Veranstaltung gibt es jeweils die Gelegenheit zu einer Führung durch die Ausstellung.

Ort ist jeweils das Jüdische Museum München, St.-Jakobsplatz 16. Eintritt frei.

Mittwoch, 6. Juni 2018, 19.00 Uhr

Entscheidung für kritisches Denken:
A Muslim, a Christian and a Jew. Deciding to Live on Critical Thinking and Hope

Praxis, Praxis, Praxis:
A Muslim, a Christian and a Jew. Know You Have to: Practise, Practise, Practise

Jehoschua Chmiel (IKG), Eva Haller (EJKA), Dr. Andres Renz (Erzb. Ordinariat), Gönül Yerli (MFI)

Mittwoch, 13. Juni 2018, 19.00 Uhr

Sich auserwählt fühlen:
A Muslim, a Christian and a Jew. Feeling Chosen

Buddha treffen:
A Muslim, a Christian and a Jew. Meeting Buddha

Anita Kaminski (IKG), Rabbiner Tom Kucera (Beth Shalom), Erkan Inan (MFI), Prof. Dr. Stefan J. Wimmer (Freunde Abrahams)

Eine Veranstaltung des Jüdischen Museums München in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Stadtakademie München, Europäische Janusz-Korczak-Akademie, Freunde Abrahams, Fachbereich Dialog der Religionen der Erzdiözese München und Freising, Liberale Jüdische Gemeinde Beth Shalom, Münchner Forum für Islam.

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CORSO LEOPOLD - Münchner Straßenfestival mit "Kreis der Religionen"

Am Sa. 5. Mai, 16.00-20.00 Uhr, und So. 6. Mai, 11.00-20.00 Uhr, finden Sie mich am Stand der FREUNDE ABRAHAMS im "Kreis der Religionen", inmitten des Streetlife Festivals Corso Leopold, an der Ecke Leopold-/Franz-Joseph-Straße.

Ich freue mich auf Wiedersehen oder Kennenlernen!

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VORTRÄGE


In der Reihe
RELIGION UND HEIMAT:

Jerusalem

mit Rabbiner Steven Langnas, Marion Haass-Pennings, Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Dienstag, 23. Juli 2019, 18:30 Uhr
Ludwig-Maximilians-Universität
Gebäude Schellingstr. 12 (Historicum), Raum K 327

Ob Jerusalem, Rom oder Mekka – sind die drei monotheistischen Religionen unbedingt mit einem Stück Land verbunden? Wie sehr prägt Heimat die Religion? Wie weit kann man die Religion ausüben, wenn man nicht in der Heimat ist? Kann in der Diaspora Religion einen Ersatz für Heimat darstellen? Diese Fragen und noch viel mehr wollen wir in diesem Semester ergründen.

Veranstalter: Münchner Lehrhaus der Religionen

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Die altägyptischen Wurzeln der abrahamitischen Religionen

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer
im Rahmen der Reihe "Religion und Philosophie"
des Seniorenstudiums der LMU

Donnerstag, 11. Juli 2019, 16:00 c.t. Uhr
Ludwig-Maximilians-Universität
Gebäude Theresienstr. 41, Hörsaal C 123

In der Welt des Alten Orients war mehrere Jahrtausende lang die Religion Ägyptens dominant und voller Strahlkraft, und das hat natürlich Spuren hinter­lassen in den so genannten abrahamitischen Religionen, die alle dort entstanden. Das Judentum ist in Auseinandersetzung mit Ägypten entstanden, das Christentum bewahrt davon noch vieles, und auch im Islam klingt manches noch nach. Dabei werden wir die Frage „Was wissen wir darüber?“ unterscheiden müssen von der Frage „Was bedeutet das für unseren Glauben?“

Veranstalter: Seniorenstudium der LMU

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Die altägyptischen Wurzeln der abrahamitischen Religionen

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Mittwoch, 26. Juni 2019, 20:00 Uhr
Pfarrei Heilige Familie, Pfarrsaal
Bienenkorb 2, Harlaching, 81547 München

In der Welt des Alten Orients war mehrere Jahrtausende lang die Religion Ägyptens dominant und voller Strahlkraft, und das hat natürlich Spuren hinter­lassen in den so genannten abrahamitischen Religionen, die alle dort entstanden. Das Judentum ist in Auseinandersetzung mit Ägypten entstanden, das Christentum bewahrt davon noch vieles, und auch im Islam klingt manches noch nach. Dabei werden wir die Frage „Was wissen wir darüber?“ unterscheiden müssen von der Frage „Was bedeutet das für unseren Glauben?“

Veranstalter: Pfarrei Heilige Familie, München-Harlaching

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Heilige Schrift(en) und Archäologie

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Dienstag, 2. April 2019, 19:00 Uhr
Gemeindehaus Christuskirche
Dom-Pedro-Platz 5, 80637 München

„Und die Bibel hat doch recht!“, behauptet ein viel beachteter Buchtitel (Werner Keller). Wie war das wirklich mit den Mauern von Jericho? Hat der Auszug aus Ägypten so stattgefunden, wie ihn die Bibel, aber auch der Koran schildern? Wie geht der Koran eigentlich mit der Geschichte Israels um?

Die sogenannte „Biblische Archäologie“ hat sich schon lange von dem Anspruch gelöst, das Geschichtsbild der Bibel verifizieren zu wollen. Welche Übereinstimmungen gibt es dennoch, und wie sind die Divergenzen zu bewerten? Was ergibt sich aus dem Befund der Archäologie für das Verständnis von Hebräischer Bibel, Neuem Testament und Koran?

  Veranstalter: Ev.-Luth. Christuskirche und Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V. und dem Münchner Bildungswerk

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Altägyptische Gottesvorstellungen und ihr Nachleben in den abrahamitischen Religionen

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Dienstag, 27. November 2018, 19:00 Uhr
Pfarrsaal St. Paul, St.-Paulsplatz 8, 80336 München
5,- € / erm. 3,- €

Religionen leben nicht für sich allein - und das war schon immer so. In der Welt des Alten Orients war mehrere Jahrtausende lang die Religion Ägyptens dominant und voller Strahlkraft - und das hat natürlich Spuren hinterlassen in den sog. abrahamitischen Religionen, die alle dort entstanden. Das Judentum ist in Auseinandersetzung mit Ägypten entstanden, das Christentum bewahrt davon noch vieles und auch im Islam klingt manches noch nach.
Dabei werden wir die Frage "Was wissen wir darüber?" unterscheiden müssen von der Frage "Was bedeutet das für unseren Glauben?"

Veranstalter: Fachbereich Dialog der Religionen, Erzbischöfliches Ordinariat München und Freising,

und Religions for Peace Gruppe München.

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Heilige Schrift(en) und Archäologie

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Montag, 12. November 2018, 19:30 Uhr
Karmeliterkloster Reisach, Klosterweg 20, 83080 Oberaudorf
(Eintritt frei)

„Und die Bibel hat doch recht!“, behauptet ein viel beachteter Buchtitel (Werner Keller). Wie war das wirklich mit den Mauern von Jericho? Hat der Auszug aus Ägypten so stattgefunden, wie ihn die Bibel, aber auch der Koran schildern? Wie geht der Koran eigentlich mit der Geschichte Israels um?

Die sogenannte „Biblische Archäologie“ hat sich schon lange von dem Anspruch gelöst, das Geschichtsbild der Bibel verifizieren zu wollen. Welche Übereinstim­mun­gen gibt es dennoch, und wie sind die Divergenzen zu bewerten? Was ergibt sich aus dem Befund der Archäologie für das Verständnis von Hebräischer Bibel, Neuem Testament und Koran?

Veranstalter: Karmelitenkloster Reisach, Pfarrverband Brannenburg-Flintsbach, Bildungswerk Rosenheim e. V. und Evangelisches Bildungswerk Rosenheim-Ebersberg e. V.

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München und der Orient

Bebilderter Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Dienstag, 23. Oktober 2018, 15:00 Uhr
Hans-Sieber-Haus, Manzostr. 105, 80997 München
(Eintritt frei)

Veranstalter: Münchenstift GmbH

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Die Zerstörung des Zweiten Tempels in Jerusalem, Massada und der Bar-Kochba-Aufstand: Der Beginn der jüdischen Diaspora 70-135 n.Chr.

Seminar von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer
im Rahmen des Studiengangs "Ereignisse", Seniorenstudium des Dachauer Forums

26./27./28. September 2018, 9:30-12:00 Uhr

Die Teilnahme ist nur im Rahmen des Seniorenstudiums des Dachauer Forums möglich - Informationen über www.dachauer-forum.de, Tel. 08131/99688-0

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Die Tegernseer Haggadah:
jüdisch. - christlich? -einzigartig!

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer im Rahmen der "46. Tegernseer Woche - Brauchtum und Kultur im Tegernseeer Tal"

Montag, 24. September 2018, 19:30 Uhr
Kath. Pfarrzentrum Quirinal, Seestr. 23, 83684 Tegernsee
Teilnahmegebühr: 10 €

Seit sie aus dem Benediktinerkloster Tegernsee an die Bayerische Staatsbibliothek kam, gehört die spätmittelalterliche Handschrift mit der Signatur Cod.hebr. 200 wegen ihrer prächtigen Ausstattung zu den Kostbarkeiten ihrer Hebraica-Sammlung. Erst jüngst legen die Ergebnisse jahrelanger Forschung mehrerer Wissenschaftlerin­nen und Wissenschaftler aus den USA, Israel und Deutschland aber nahe, dass atypische Illuminationen aus offenbar christlicher Hand die Textsammlung zum jüdischen Pessachfest antijüdisch umdeuten und das jüdische Sedermahl auf die Eucharistie hin interpretieren.

Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer, Fachreferent für Hebraica an der Bayerischen Staatsbibliothek, stellt die einzigartige Handschrift vor und versucht eine Einordnung der aufsehenerregenden neuen Erkenntnisse.

Veranstalter: Stadt Tegernsee
Informationen zum Kartenverkauf über die Touristeninformation Tegernsee: 08022/9273862

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Post von Elias Levita
Ein fränkisch-jüdisches Gelehrtenleben im Europa der Renaissance anhand neu entdeckter Briefe in der Bayerischen Staatsbibliothek

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer

Dienstag, 15. Mai 2018, 18.30 Uhr
Bayerische Staatsbibliothek, Gärtnersaal (1. OG), Ludwigstr. 16
Eintritt frei

Aus Neustadt an der Aisch stammt einer der berühmtesten jüdischen Humanisten, der den Großteil seines Lebens in Italien wirkte: Elijahu ha-Levi Aschkenasi (ca. 1470-1549), latinisiert Elias Levita, lebte in Rom im Haushalt des Kardinals Viterbo, wirkte in Venedig, einem Zentrum des hebräischen Buchdrucks, gründete in Isny im Allgäu mit dem Reformator Paul Fagius zusammen die erste hebräische Druckerei Deutschlands. Zwei Briefe aus seiner Hand sind jüngst in den Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek identifiziert worden und geben Anlass, das Leben des Elias Levita und seine Zeit neu zu beleuchten.

Anmeldung erbeten unter veranstaltungen@bsb-muenchen.de oder Tel. 089/28638-2115.

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REISEN


ÄGYPTEN  - Studienreise mit Luxus-Segler auf dem Nil

2.-12. Oktober 2018:  die vollständige Ausschreibung finden Sie hier!
5.-15. März 2019:  die vollständige Ausschreibung finden Sie hier!
7.-17. April 2020:  die vollständige Ausschreibung finden Sie hier!

An Bord einer Dahabeya, eines ebenso nostalgischen wie liebevoll nachgebauten Luxusseglers, lässt sich das Niltal zwischen Luxor und Assuan auf wundervollste Art erleben. Das Schiff wird exklusiv für unsere kleine Gruppe gechartert. Vorbei an idyllischen Uferlandschaften segelt uns die Crew zu kleinen Flussinseln und zu ab­seits gelegenen antiken Ruinenstätten, die von großen Kreuz­fahrtschiffen nicht an­ge­laufen werden können. Lesungen, Vorträge und Gespräche an Deck machen die Fahrt zu einem authentischen und atmo­sphä­rischen Erlebnis in unvergesslichem Ambiente.

Natürlich besuchen wir auch die bedeutenden Sehenswürdigkeiten in Kairo – mit den Pyramiden und dem Ägyptischen Museum, in Luxor – mit dem Tal der Könige und den Tempelanlagen von Karnak und in Assuan – mit der Insel Philä und dem modernen Hochstaudamm, und vieles andere mehr. Die Reise bietet ein intensives Programm, kompetente wissenschaftliche Begleitung, dazu aber auch Beschaulich­keit und Zeit, um die Informationen und Eindrücke auf uns wirken zu lassen.

Wir fliegen von München über Kairo nach Luxor, verbringen die ersten zwei Tage im Hotel Sofitel Pavillon, das zum legendären „Winter Palace“ direkt an der Nilcorniche gehört, direkt neben dem berühmten Luxor-Tempel. Dann segeln wir mit der Dahabeya „Nebyt“ in vier Tagen nach Assuan. Von dort aus fliegen wir nach Kairo, wo wir noch drei Tage von einem Hotel in der Nähe der Pyramiden aus die Stadt und ihre Sehens­würdigkeiten besu­chen, die zu den Höhe­punkten Ägyptens zählen.

Ihr Reiseleiter ist Ägyptologe an der LMU München und hat zahlreiche Reisen in Ägypten begleitet. Zu seinen Interessen gehören die Wur­zeln von Christentum, Juden­tum und auch Islam in der alt­ägyptischen Religionsgeschichte.

Das Land am Nil hat viel mehr mit unserer Wirk­lichkeit zu tun, als
Sie meinen!  


LIBANON - Begegnungs- und Studienreise

24. April - 1. Mai 2019:  die vollständige Ausschreibung finden Sie hier!

VERANSTALTER: Freunde Abrahams e.V. (Die Teilnahme steht Nicht-Mitgliedern offen; Mitglieder werden ggf. bei übergroßer Nachfrage bevorzugt)

Das kleine Land an der Levanteküste ragt nicht nur landschaftlich heraus: hinter den Stränden steigen Berge mit biblischen Zedernwäldern über 3000 Meter hoch auf. Dazwischen weite und enge Täler, in denen sich die Vielfalt der Kulturen des Orients auf engstem Raum verdichtet.

Unser langjähriges Mitglied und Ehemann von Yvonne Baur-Saleh (2. Vorsitzende der Freunde Abrahams) Mohamad Saleh stammt aus dem Libanon und wird uns bei dieser Begegnungs- und Studienreise das bunte Gewebe aus Maroniten, Schiiten, Sunniten, Drusen, Armeniern und manch anderen, die zusammen die Identität des ebenso außergewöhn­lichen wie wunderschönen Landes ausmachen, authentisch und persön­lich nahebringen. Ein Schwerpunkt der Reise liegt auf Gesprächen und Begegnungen mit VertreterInnen der Zivilgesellschaft und der Politik. Prof. Wimmer wird das Vermächtnis von Phöniziern und Kanaanäern anhand der Quellen des Alten Orients und der Bibel vermitteln. Wir besuchen Städte mit klingenden Namen wie Beirut und Tripoli, Sidon und Tyrus, Byblos und Baalbek.

Wegen des langen Bürgerkriegs im Libanon (1975-1990) wird in unserem kollektiven Bewusstsein das Land bis heute mit Zerrüttung und Gewalt assoziiert. Längst zu Unrecht – denn der Krieg ist seit bald 30 Jahren überwunden. Die grauenhaften Ver­hält­nisse in Syrien wirken sich – von der Aufnahme sehr großer Zahlen von Flücht­lingen abgesehen – im Libanon nicht aus. Die Besucherzahlen nehmen nun auch wieder deutlich zu.

Libanon  -  Informations- und Vorbereitungsabend zur Reise

mit Mohamad Saleh und Stefan Jakob Wimmer

Dienstag, 18. September 2018, 19.00 Uhr
Restaurant „Cardamom“, Gabelsbergerstr. 50

Ein Abend über den Libanon und mit libanesischer Küche – der besten des Orients! – für Interessierte an der Reise, am Land an sich, oder eben an der Küche …

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STELLUNGNAHMEN

Sage nein!

Zu den antisemitischen Übergriffen in Berlin (am 26.7.) und München (am 3.8.) - und wann und wo auch immer

Wir werden es nicht ganz abstellen können, dass es dumme Menschen gibt, mit defektivem Selbstvertrauen, in der Seele vergiftet – dass es also auch Antisemiten gibt. Aber wir akzeptieren es nicht, dass sie unwider­sprochen auf unseren Straßen (oder wo auch immer) Menschen attackieren oder beleidigen. Konstantin Weckers Lied von 1993 ist unfassbar aktuell. Es sollte wieder viel häufiger gehört – und beachtet – werden (Auszüge):

Wenn sie jetzt ganz unverhohlen
wieder Nazi-Lieder johlen,
Über Juden Witze machen,
über Menschenrechte lachen,
Wenn sie dann in lauten Tönen
saufend ihrer Dummheit frönen,
Denn am Deutschen hinterm Tresen
muss nun mal die Welt genesen,
Dann steh auf und misch dich ein:
Sage nein!

Und wenn sie in deiner Schule
plötzlich lästern über Schwule,
Schwarze Kinder spüren lassen,
wie sie andre Rassen hassen,
Lehrer, anstatt auszusterben,
Deutschland wieder braun verfärben,
Hab dann keine Angst zu schrei’n:
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger,
Bänker oder Müßiggänger,
Ob als Priester oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
Ob du sechs bist oder hundert,
sei nicht nur erschreckt, verwundert,
Tobe, zürne, misch dich ein:
Sage nein!

(aus: ABRAHAMS POST 35.2019/20)

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"Um Gottes und des Lebens Willen: Kein Krieg mit Iran!"

Der Gründer der Freunde Abrahams Manfred Görg (1938-2012) überschrieb mit diesem besorgten Appell das Editorial der ABRAHAMS POST vom Sommer 2005. Er musste dabei auf einen „unbelehrbaren Präsidenten der USA“ verweisen – gemeint war George W. Bush – und auf die „zuvor geltend gemachten angeblichen Beweise für eine vom Irak ausgehende weltumspannende Gefahr“. Daraus folgte für ihn zwingend: „Wie vor dem Irak-Krieg erheben wir auch jetzt im Namen der Freunde Abrahams unsere Stimme gegen ein weiteres schreckliches Unheil, das mit dem drohenden Krieg gegen den Iran verbunden sein wird. (…) Der Kriege sind genug! Kein weiteres Abenteuer! Kein neuer Krieg!“

Der israelische Premierminister Netanyahu begründete seine Teilnahme an einer gemeinsamen Konferenz mit Vertretern mehrerer arabischer Staaten vor einigen Mo­na­ten wörtlich damit, „um das gemeinsame Interesse an einem Krieg mit Iran voran­zubringen.“ (Warschau 13.2.2019, „כדי לקדם את האינטרס המשותף של מלחמה באיראן“). Das gemeinsame Interesse der Welt formulierte Manfred Görg vor 14 Jahren so: „Der Mitt­le­re und Nahe Osten braucht stattdessen immer erneuerte Initiativen zu Verhand­lungen, die in aller nur denkbaren Intensität, sowohl mit Sinn für die Realitäten, aber auch mit Phantasie für die Möglichkeiten einer friedlichen Verständigung geführt werden müssen.“

Hier soll nicht die um sich greifende Einflussnahme und Präsenz Irans in Syrien, im Libanon und andernorts und die damit empfundene Bedrohung kleingeredet werden. Aber alle, die sich wahrhaftig um die Sicherheit Israels und das dauerhafte Bestehen des jüdischen Staates sorgen, ohne dabei nur eine Seite des Konflikts wahrzu­nehmen und gelten zu lassen, müssen vor allem anderen jene Gerechtigkeit für alle einfor­dern, ohne die in den Worten der Bibel (Ps 85, 10) kein Friede zu haben ist.

Stattdessen erleben wir, wie der Vorwurf des Antisemitismus politisch missbraucht und so auf fatale Weise entwertet wird. Wie in demokratischen Ländern Politiker, die Men­schen­verachtung predigen, indem sie beispielsweise die Rettung Ertrinkender als Ver­brechen brandmarken, von Wähler­mehrheiten bejubelt werden. Die gras­sie­rende Massenverblen­dung um der vermeintlichen Größe der eigenen Nation Willen und ihre Überhebung über internationale Verträge und Frieden sichernde Staa­ten­­bündnisse gemahnt in beängstigendem Maße an die Stimmung in Europa vor dem Aus­bruch des Ersten Weltkrieges. Merken wir nicht, wie wir auf einen neuen Abgrund zu­steuern, der nicht nur den Nahen Osten in ungeahnte Dimensionen des Verderbens stürzen wird? Womöglich fehlt nur noch ein Attentat auf einen Thronfolger …

(Editorial der ABRAHAMS POST 33.2018/19)

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"Wer 'Antisemitismus' ruft, wo keiner ist, der schadet dem Kampf gegen Antisemitismus!" (Shimon Stein)

Die mahnenden Worte des ehemaligen Botschafters des Staates Israel in Deutschland, die wir in der ABRAHAMS POST schon zitiert haben (Frühjahr/Sommer 2018, Editorial), werden weiterhin missachtet. Während offener Antisemitismus heute wieder in erschreckendem Maß um sich greift, beobachten wir mit großer Sorge, wie gleichzeitig dem Kampf gegen Antisemitismus dadurch geschadet wird, dass der Vorwurf ausgerechnet für extrem rechts gerichtete politische Zwecke instrumentalisiert wird. Das gilt auch dann, wenn dies in vermeintlich guter Absicht geschieht – was man den Bundestagsabgeordneten zubilligen wird, die jüngst in einer Resolution die sogenannte „BDS“-Bewegung pauschal mit Antisemitismus gleich­gesetzt haben. Wer nicht differenziert, wo Kritik an Israel tatsächlich antisemi­tisch begründet sein kann und wo sie vom Grundrecht der Meinungsfreiheit ge­schützt wird, wo sie legitim ist und wo sie dringend geboten sein sollte, greift in unser aller Verantwortung um den Kampf gegen Antisemitismus ein, indem er den Vorwurf und Begriff missbraucht und entwertet.

Menschen, die alle Anerkennung um ihr Wirken für das gelingende Miteinander in Deutschland verdienen, wie z. B. Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums Berlin, der im Kontext jener Entscheidung durch heftige Vorwürfe zum Rücktritt veran­lasst wurde, werden zum Opfer eines um sich greifenden neuen Unrechtsmechanis­mus. Der Ägyptologe und die Kulturwissenschaftlerin Jan und Aleida Assmann, Friedens­preisträger des Deutschen Buchhandels 2018, die sich öffentlich mit Peter Schäfer als einem „engagierten Freund Israels“ solidarisierten, fanden dafür deut­liche Worte: „Ein neues Gespenst geht um in Europa: das ist der Antisemitismus-Vorwurf.“ Dieser stelle „uns Europäer, insbesondere Deutsche, unter Generalver­dacht und ruft im Stil der McCarthy-Ära zu einer Hexenjagd auf jeden auf“, der die aktuelle Politik Israels nicht unterstütze und denunziere ihn als Antisemiten.

Es sind vor allem auch kritische Israelis, die sich laut und deutlich gegen die in ihren Augen verheerende Politik ihres Landes aussprechen – weil sie darin Unrecht gegen das palästinensische Volk zum einen und zum anderen die tatsächlich größte Gefahr für die Sicherheit und das Fortbestehen ihres eigenen Staates erkennen. Wer sie, wie das in Deutschland massiv geschieht, zum Schweigen bringt, macht sich – falls sie Recht haben – am gegenwärtigen und künftigen Leid der Menschen im Nahen Osten, und ausdrücklich auch Israels, mit schuldig!

Weil wir das nicht wollen, möchten wir zur Verbreitung eines Aufrufs von 240 jüdischen und israelischen Wissenschaftlern an die Bundesregierung vom 3.6.2019 beitragen und Auszüge daraus abdrucken. Der volle Wortlaut ist hier zu finden: https://de.scribd.com/document/412474418/Aufruf-von-240-Judischen-und-Israelischen-Wissenschaftlern-an-die-Bundesregierung-zu-BDS-und-Antisemitismus

„(…) Wie in der früheren Erklärung zum Ausdruck gebracht, betrachten wir Anti­semit­­is­­mus und alle Formen von Rassismus und Fanatismus als Bedrohungen, die bekämpft werden müssen, und wir ermutigen die deutsche Regierung und den Bundes­tag, dies zu tun. Der Bundestagsbeschluss [vom 17.5.2019 zur Einstufung der sog. „BDS“-Bewegung als „antisemitisch“] unterstützt diesen Kampf jedoch nicht. Im Gegenteil, er untergräbt ihn.

Die Meinungen zu BDS gehen unter den Unterzeichnern dieses Aufrufs erheblich auseinander: Manche mögen BDS unterstützen, während andere es aus verschie­denen Gründen ablehnen. Wir alle lehnen jedoch gleichermaßen die trügerische Behauptung ab, BDS sei als solches antisemitisch, und wir bekräftigen, dass Boykotte ein legitimes und gewaltfreies Mittel des Widerstands sind. Wir, darunter führende Antisemitismusforscher, erklären, dass man nach dem Inhalt und dem Kontext seiner Worte und Taten als Antisemit betrachtet werden sollte – ob sie nun von BDS-Unterstützern stammen oder nicht.

Bedauerlicherweise ignoriert der Beschluss die ausdrückliche Ablehnung ‚aller Formen von Rassismus, einschließlich Antisemitismus‘ durch die BDS-Bewegung. Die BDS-Bewegung versucht, die Regierungspolitik eines Staates zu beeinflussen, der für die anhaltende Besetzung und Unterdrückung des palästinensischen Volkes verantwortlich ist. Eine solche Politik kann nicht immun gegen Kritik sein. In diesem Zusammenhang ist auch anzumerken, dass viele jüdische und israelische Einzelpersonen und Gruppen BDS entweder ausdrücklich unterstützen oder das Recht darauf verteidigen. Wir halten es für unangemessen und beleidigend, wenn deutsche Regierungs- und parlamentarische Institutionen sie als antisemitisch abstempeln.

(…) Wir kommen zu dem Schluss, dass der Anstieg des Antisemitismus eindeutig nicht die Sorge ist, die den vom Bundestag beschlossenen Antrag inspiriert hat. Im Gegenteil, dieser Antrag ist von den politi­schen Interessen und der Politik der am stärksten rechtsgerichteten Regierung Israels in der Geschichte des Landes angetrieben. (…)

Die antisemitische Bedrohung geht nicht von palästinensischen Menschenrechts­aktivisten aus, sondern vor allem von der extremen Rechten und von dschihadisti­schen Gruppen. Die Leugnung dieser Tatsache könnte Muslime und Araber dem bedeutsamen Kampf gegen Antisemitismus entfremden und behindert die Heraus­bildung echter Solidarität zwischen Juden, Israelis, Muslimen und Arabern im Kampf gegen Antisemitismus und andere Formen von Rassismus. Sie sendet auch eine falsche Botschaft an diejenigen, die sich der Unterdrückung des palästinensischen Volkes mit gewaltfreien Mitteln widersetzen.

Aus all diesen Gründen lehnen wir, jüdische und israelische Wissenschaftler, den Antrag von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen ab. Nach dem Bundes­tags­beschluss fordern wir nun die Bundesregierung auf, diesem Antrag nicht zu folgen und BDS nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen. (…) Darüber hinaus rufen wir die Bundesregierung dazu auf, ihre direkte und indirekte Finanzierung israelischer und palästinensischer Nichtregierungs­organisationen aufrechtzuerhal­ten, die der israelischen Besatzung friedlich entgegenwirken, schwere Vorwürfe gegen das Völkerrecht aufdecken und die Zivilgesellschaft stärken. Diese Organi­sationen verteidigen die Prinzipien und Werte, die das Herzstück der liberalen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland und andernorts bilden.“

(aus: ABRAHAMS POST 35.2019/20)

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Alles Gute zum Geburtstag, Freistaat Bayern!

Auch die Freunde Abrahams widmen dem 100. Jubiläum der Gründung des Freistaates Bayern eine Veranstaltung: Der ehemalige Landesbischof und Mitglied in unserem Kuratorium Dr. Johannes Friedrich wird das Verhältnis „Der Freistaat Bayern und die Religion(en)“ thematisieren (siehe Hauptvortrag).

Von den sicher vielfältigen Erinnerungsveranstaltungen im Umfeld des Jahrestages am 8. November möchte man wünschen, dass vor allem auch der Umstand bewusst gemacht wird, dass die Bairische Republik, der Volks-und Freistaat, von einem jüdischen Atheisten aus Berlin ins Leben gerufen wurde. Und nein – das ist eben nicht, wie es gerne dargestellt wird, scheinbar widersprüchlich oder unvereinbar mit der Geschichte des Landes und dem Wesen seines Volkes!

Die Archäologie lehrt uns, dass die Bajuwaren als ein Mischvolk entstanden, aus einem romanisch-keltischen Substrat, das von germanischen Migranten überlagert wurde, Goten, Langobarden, Franken, Alemannen, und dazu kamen im Osten noch Awaren und Slawen (siehe dazu „Ethnogenese im Vergleich“, Blätter Abrahams 15, 2015, S. 71-80). Daraus entstand im 5. Jahrhundert ein Stammesherzogtum, in dem dann allerdings keltische und römische Religion, sowie alle nicht-katholischen Christen, wie die Arianer, mit Gewalt ausgemerzt wurden.

Zum Kurfürstentum wurde Bayern 1623, wieder im Zuge eines Glaubenskrieges, des Dreißigjährigen, der vor genau 400 Jahren seinen Anfang nahm. Der Katholizismus wurde zum Nationalkult gemacht. Auf den Münzen des Landes trat anstelle des Staatswappens die Muttergottes. Kurfürst Maximilian I. trug mit Schwert und Kreuz einen blutigen Krieg gegen die ungläubigen Lutheraner aus und zwang dem Land religiösen Fundamentalismus auf: Religionspolizei zur Einhaltung der täglichen Gebetszeiten sowie der Fastenzeit; Rosenkranzpflicht und Muttergottesdar­stellungen verpflichtend über jedem Hauseingang. Protestantische Wiedertäufer wurden ertränkt, Hexen verbrannt; Juden waren schon lange vorher vertrieben.

Es folgt Gott-sei-Dank auch in Bayern die Aufklärung, und das Königreich entsteht 1806 im Zeichen von Säkularisation und politischer Entmachtung der Kirche. Die Schöpfer des neuen Multikultireichs aus Altbayern, Franken und Schwaben, allen voran Graf Montgelas, waren französischen Idealen und freigeistigen Strömungen zu­ge­wandt, vielleicht auch dem Freimaurertum und Verwandtem wie den Illumina­ten. Juden wurden nun, vor 200 Jahren, legalisiert, Protestanten sogar den Katho­liken gleichgestellt.

Der letzte Wittelsbacher König Ludwig III. lässt Maria im Zuge des Weltkrieges von einem Papst namens Benedikt XV. (der kein Bayer war) ganz offiziell zur Patrona Bavariae „erheben“ (1917). Dann also Kurt Eisner und seine „unabhängige Sozial­demo­kratie“, dann die kurze, heftige Räterepublik, dann rechter Terror, pseudo­germanisches Nazitum, versagendes Christentum, Neuanfang:

„Ange­sichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des zweiten Weltkrieges geführt hat, in dem festen Entschlusse, den kommenden deutschen Geschlechtern die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechtes dauernd zu sichern, gibt sich das Bayerische Volk, eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte, nachstehende demokratische Verfassung.“
(Präambel der Bayerischen Verfassung von 1946)

So facettenreich und wechselvoll wurde unsere Identität geprägt – kein Wunder, dass das nicht jeder überblickt. Das Wappen und die Fahne Bayerns kommen sehr gut ohne Kreuz aus. Und die „mehr als tausendjährige Geschichte“ lehrt in summa, dass neue Komponenten in der Bevölkerung auszugrenzen immer wieder in leidvolle Zeiten geführt hat. Wer sie willkommen heißt, der bleibt Bayerns Identität treu!

(aus: ABRAHAMS POST 33.2018/19)

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In den Schuhen des Anderen

Am 8. September 2018 wäre Manfred Görg 80 Jahre alt geworden. Die Freunde Abrahams feiern ihren Gründer und bleibenden geistigen Vater mit zwei Veranstal­tun­gen: Mit dem „Abrahamischen Friedensgebet“, das jährlich im Umfeld des Todes­­tages von Manfred Görg stattfindet (… 17.9.2012), und mit der Verleihung des nach ihm benannten Preises für religionsgeschichtliche Forschung und inter­reli­giösen Dialog, der alle drei Jahre vergeben wird. Beides findet am Sonntag, 16.9.2018 statt – siehe Seite 3.

In einem Interview aus dem Jahr 2008, dem auch das Preismotto „Religion verpflich­tet zur Offenheit!“ entlehnt ist, untermalt Görg diese Maxime mit der Formulierung: „Man muss lernen, in den Schuhen des Anderen zu gehen“. Es reicht eben nicht, nebeneinander herzulaufen. Es braucht Wertschätzung für die oder den Anderen, solidarisches Interesse an dem, was ihr und ihm kostbar und heilig ist, Empathie für seine und ihre Sorgen und Ängste.

Es reicht eben auch nicht, nur die eigene Religion zu kennen und zu schätzen. Denn dann besteht immer die Gefahr, dass sie für die Bestimmung der eigenen Identität verein­nahmt und dazu missbraucht wird, Grenzen gegen Andere abzustecken. Wer die eigene Religion und ihre Symbole wie ein Feldzeichen vor sich herträgt, darin gleichsam ein Wappen oder eine Fahne sieht, der verehrt damit nicht mehr das absolut Unverfügbare, das den Kern jeder Religion ausmacht, sondern vergöttert letztlich die Interessen der eigenen Gemeinschaft.

Auch das hat Görg in jenem Interview deutlich ausgesprochen: „Es ist un­christlich, Kulturen abzuweisen, die bei uns zu Gast sind und hier zuhause sein möchten.“

(Editorial der ABRAHAMS POST 33.2018/19)

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zum 70. Geburtstag des Staates Israel:

"Grundlage für Frieden ist, die Realität anzuerkennen." (Benjamin Netanjahu)
oder: Wer Jerusalem für sich allein beansprucht, wird Jerusalem nicht gerecht

Papst Franziskus rief […] die Nationen dazu auf, sich dafür einzusetzen, „den Status der Stadt zu schützen, wie es die entsprechenden Resolutionen der UNO vorse­hen“. Die laut Völkerrecht geteilte Stadt wird von den Israelis und den Palästinensern gleichermaßen als Hauptstadt beansprucht. „Jerusalem ist eine einzigartige Stadt, heilig für Juden, Christen und Muslime“, erinnerte der Papst, „und sie hat eine besondere Berufung zum Frieden“. Er bete dafür, dass diese Identität „zum Wohl des Heiligen Landes, des Nahen Ostens und der ganzen Welt bewahrt und bestärkt werde“. Es brauche jetzt „Weisheit und Vorsicht, damit keine neuen Elemente der Spannung in einem Weltpanorama entstehen, das jetzt schon gezeichnet ist von so vielen und grausamen Konflikten.“ (Radio Vatikan, 6.12.2017)

Als vor 70 Jahren – am 14. Mai 1948 – der Staat Israel Wirklichkeit wurde, geschah dies auf Grundlage der UN-Resolution 181 vom 29.11.1947 zur Teilung Palästi­nas. Neben einem jüdischen und einem arabischen Staat war darin ein sog. Corpus separatum, ein Territorium unter internationaler Ver­waltung vorgesehen, das die Städte Jerusalem und Betlehem mit ein wenig Umland umfassen sollte. Vorausge­gangen war 30 Jahre zuvor die sog. Balfour-Erklärung, in der der britische Außen­minister die Schaffung einer „nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästi­na“ („the establishment in Palestine of a national home for the Jewish people“) begrüßte, mit der ausdrücklichen „Maßgabe, dass nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaf­ten in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.“

Auf jüdischer Seite reichten die Meinungen von aufrichtiger Akzeptanz des UNO-Teilungsplans und einhelliger Freude über die Verwirklichung des Traums vom Juden­staat, in welchen Grenzen auch immer, bis zum fortgesetzten Anspruch auf das ganze Mandatsgebiet von Palästina in den Grenzen von 1920-23, das auch noch das neu gegründete Königreich Jordanien mit umfasst hatte. Auf arabischer Seite herrschte entschiedene Ablehnung und die vermeintliche Gewissheit, dass mit einem kurzen Krieg das „zionistische Gebilde“ auszulöschen wäre. Das Ergebnis war bekanntlich die Teilung Palästinas in drei Teile: den Staat Israel, einen von Jordanien besetzten Teil (das sog. Westjordan­land) und einen von Ägypten besetzten Teil (den Gazastreifen). Jerusalem wurde für 19 Jahre mitten hindurch geteilt, an der Altstadt­mauer entlang. Die Umsetzung des Corpus separatum wurde von keiner der Seiten verfolgt. Israel schuf im Westteil Jerusalems seine Hauptstadt. Im Zuge der Nakba blieben dort nur wenige arabische Bewohner zurück. Jordanien vertrieb die jüdische Bevölkerung aus der Altstadt, Synagogen wurden zerstört, der Zugang zur Klage­mauer blieb Juden verwehrt.

Mit dem Sechstagekrieg von 1967 wurde mit dem Westjordanland auch der Ostteil Jerusalems israelisch besetzt. Die Stadtgrenzen wurden so gezogen, dass nach Westen hin immer mehr jüdische Vororte ein­geschlossen wurden, nach Osten hin arabische Vororte ausge­schlossen blieben. Dort, an der östlichen Stadtgrenze, die sich de facto mitten durch arabische Wohnviertel zieht, wurde inzwischen eine mons­tröse Sperrmauer errichtet. Zunehmend wird Palästinensern, die in Jerusalem geboren wurden und ange­stammten Familien angehören, ihr „Wohn­recht“ entzo­gen – während jüdische Neueinwanderer in den großen Trabantenstädten im be­setz­ten Ostteil Ver­günstigungen genießen, selbst wenn sie Jerusalem noch nie zuvor betreten hatten.

Seit den sieben Jahren, die ich in den 1980ern und 90ern in Jerusalem lebte, wurde die Stadt verändert. Vor dem Zugang zu meinem damaligen Zimmer, das auf dem Dach eines Hauses am Rand des Armenischen Viertels der Altstadt erbaut ist, mit Blick auf den Ölberg, wurde von jüdischen Nachbarn ein hoher, eiserner Stangen­zaun samt Stacheldraht aufgezogen. Die armeni­schen Bewohner, die nicht infor­miert worden waren, sahen sich bewaffneten Grenzpolizisten gegenüber, als sie die bloße Frage stellen wollten, was denn vor sich gehe. Dieses persönliche Beispiel ist nur eines von unzähligen kleinen Details, über die keine Zeitung und keine Nach­rich­ten­sendung berichten. Jeder, der Jerusalem wirklich kennt, kann davon erzäh­len. Worüber auch weite Teile der jüdisch-israelischen Bevölkerung der Stadt klagen, ist eine massive Expansion des als religiös radikal empfundenen orthodoxen Sektors, der liberale, weltlich und westlich eingestellte Israelis zunehmend in die Defensive und zur Abwanderung aus der Stadt drängt. In den israelischen Regie­rungen hat in den letzten Jahren und Jahr­zehnten eine erschreckende politische Radikalisierung stattgefunden. Strö­mungen, die vor 30 Jahren von einem breiten Konsens der israelischen Gesellschaft mit gutem Grund als rechts­extrem eingestuft und entsprechend ausgegrenzt wurden, werden inzwischen von der Regierung politisch unterstützt, finanziell gefördert und sind selbst an Regierungen beteiligt. Parteien, die früher mit dem bürger­lich-konservativen Spektrum in Europa vergleich­bar waren und längst in Israel tonangebend wurden, stehen dem Politikstil und den inhaltlichen Positionen nach für das, was in Deutschland als populistisch und extre­mis­tisch, rassistisch und gefähr­lich gebrandmarkt werden würde.

Der Chef der jetzigen und mehrerer vorangegangener Regierungen Israels seit der Ermordung von Jitzchak Rabin, Benjamin Netanjahu, unterstützte Donald Trumps Aner­kennung Jerusalems als Hauptstadt Israels mit den Worten: „Grundlage für Frieden ist, die Realität anzuerkennen. (…) Jerusalem ist die Hauptstadt Israels und niemand kann das verneinen.“ Er hat damit vollkommen Recht. Zur Realität gehört der israelische Anspruch, die eigene Hauptstadt selbst zu bestimmen. Zur Realität gehören aber ebenso die Ansprüche der anderen Seite. Zur Realität gehört auch, dass ein Teil der Bevölkerung Jerusalems Israel als Besatzungsmacht erlebt. Zur Realität gehört deren seit Jahrzehnten untragbare Diskriminierung, Entrechtung und Vertreibung. Zur Realität gehört, dass Israel seine politischen Vorstellungen ohne jede Rücksicht auf internatio­nales Recht durchsetzt und Kritik daran gerne als „anti­semitisch“ motiviert stigmatisieren lässt – während jedes Bemühen der Palästinenser, die eigene Realität zur Sprache zu bringen, delegitimiert wird, und zwar gerade auch dann, wenn dafür ausdrücklich gewaltfreie Wege beschritten werden sollen. Alle diese Realitäten gleichermaßen anzuerkennen, ist die Verpflichtung der deutschen und europäischen Politik. Denn, wie Benjamin Netanjahu richtig betont, wäre das die Grundlage für Frieden.

Wenn ich regelmäßig in meine geistige Heimatstadt Jerusalem zurück­kehre, dann erlebe ich dort – trotz allem – immer noch eine Stadt von geradezu über­irdischer Schönheit. Immer noch ist die Vielfalt dieser Stadt so aus­geprägt, dass sie den Ort auf unvergleichliche Weise auszeichnet – auch wenn die Formen des Miteinanders weniger ins Auge springen, als die des Gegen- und vor allem die des Nebeneinanders. Immer noch ist Jerusalem ein Ort, der wie kein anderer auf der Welt einen Platz hat in den Herzen von mehreren Milliarden Menschen rund um den Globus, und das infrage zu stellen wird Politik niemals in der Lage sein. Es kann daher nur eine gemeinsame oder eine internationale Verwaltung Jerusalems dieser Stadt und allen, die sie lieben, gerecht werden. Vielleicht so, wie es schon vor 80 Jahren von den Vereinten Nationen vorgegeben wurde. Auch das ist eine ganz simple Realität, die anzuerkennen Grundlage für den Frieden bleibt.

(aus: ABRAHAMS POST 32/2018)

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zur Resolution des Münchner Stadtrats "Gegen jeden Antisemitismus!":

"Wer 'Antisemitismus' ruft ...

… wo keiner ist, der schadet dem Kampf gegen Antisemitismus“ – so schrieb unlängst der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland Shimon Stein („Das böse Etikett“, Zeit online, 31.5.2017). Weil der Ungeist des Antisemitismus ebenso widerwärtig wie hartnäckig ist und immer wieder neu ernst genommen werden muss, deshalb erfordert der Vorwurf des Antisemitismus Verant­wortung, Verstand und ein Höchst­maß an Sensibilität von allen, die ihn einsetzen. Andernfalls droht er zu einer Floskel zu verkommen, die Brisanz seines Inhalts verwässert zu werden, oder er wird als Kampfbegriff für politische Ziele missbraucht.

Dann wird Antisemitismus nicht bekämpft – wie der Titel einer Resolution des Münchner Stadtrats es vorgibt –, sondern es wird dem Anti­semitismus, dem Rechtsextremismus und Rechts­populis­mus in die Hände gespielt. Die Resolution befasst sich mit dem hoch­komplexen Gebiet der Nah­ost­problematik, ohne sich um die dafür erforder­liche Kompetenz zu bemühen. Sie pauschalisiert anstatt zu differenzieren und bezieht einseitig Position in heftig umstrittenen Fragen.

Wenn Menschen, die sich für eine friedliche Verständigung von Juden und Arabern, Israelis und Palästinensern, Judentum und Islam einsetzen, die teilweise selbst jüdische Israelis sind und sogar Nachkommen von Opfern der Schoah, in die Nähe von Antisemitismus gerückt werden, dann ist auch das unerträglich. Dies geschieht aktuell in München, der ehemaligen „Hauptstadt der Bewegung“. Auch das ist eine Form von Ungeist, die wahr­genommen und ernst­ge­nom­men und aufgehalten werden muss.

(Editorial der ABRAHAMS POST 32/2018)

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zur Resolution des Münchner Stadtrats "Gegen jeden Antisemitismus!":

"Gegen jeden Antisemitismus!"

Die Vollversammlung des Münchner Stadtrats hat am 13.12.2017 eine Resolution mit der Bezeichnung „Gegen jeden Antisemitismus! – Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung (‚boykott, divestment and sanctions‘)“ beschlos­sen. Wie der Titelzusatz zeigt, geht es dabei darum, der internationalen Kampagne oder Bewegung „Boycott, Divestment and Sanctions“, die „den Staat Israel wirt­schaft­lich, kulturell und politisch isolieren möchte“ (Wikipedia), jede städtische Unter­­stützung zu verweigern, sowie darum, die BDS-Bewegung als „anti­semitisch“ einzustufen.

Die Gesellschaft Freunde Abrahams kooperiert gern und eng mit israelischen wie mit anderen WissenschaftlerInnen und sieht darin einen zentralen Teil des eigenen Selbstverständnisses. Die Gesellschaft Freunde Abrahams kann also die BDS-Kampagne/-Bewegung nicht unterstützen und ihr nicht nahe stehen.

Wir begrüßen aber ausdrücklich den gewaltfreien Ansatz, und wir teilen mit vielen Palästinensern, Israelis, Juden, Christen, Muslimen und anderen Menschen weltweit eine wachsende Verzweiflung über die Politik der letzten Regierungen des Staates Israel. Sie trägt zu einer friedlichen Lösung des Konflikts nicht bei und stellt eben dadurch die Existenz des jüdischen Staates selbst infrage.

Zahlreiche UnterstützerInnen von BDS sind selbst Israelis und sehen gerade darin ausdrücklich ein Mittel, die sichere Zukunft Israels zu gewähr­leisten, in Frieden mit den Palästinensern. Einzelne BDS-AktivistInnen und ‑UnterstützerInnen würden offen­bar dem Staat Israel gerne das Existenzrecht absprechen. Diese Position kann aber nicht der Bewegung insgesamt zugeschrieben werden, deren Einstufung als „anti-zionistisch“ international umstritten ist. Erst recht darf eine solche Haltung keinesfalls pauschal auf alle Personen übertragen werden, die BDS unterstützen oder dieser Bewegung in irgendeiner Weise „nahe­stehen“. Wie sich in der Folge der Resolution in München bereits in mehreren Fällen gezeigt hat, führt das zu para­doxen und beklemmenden Diffamierungen von Personen, die für ihren Einsatz für Frieden und Menschenrechte eigentlich Anerkennung und Unterstützung verdienten.

Eine Bewertung der überaus komplexen Fragen zum Nahostkonflikt kommt niemals ohne seriöse Differenzierungen aus. Eine falsche Gleich­setzung „Kritik an der Politik Israels“ = „Israel-Kritik“ = „Kritik an der Existenz des jüdischen Staates“ = „Antisemitismus“ ist an allen Stellen fahrlässig und läuft auf einen verhängnisvollen Missbrauch des Anti­semitismus­begriffs hinaus, der dem Kampf gegen echten Anti­semitismus schadet (siehe Editorial).

(aus: ABRAHAMS POST 32/2018)